Feuerwerk richtig fotografieren – einfach, wenn man weiß wie

 

Der Jahreswechsel steht schon wieder vor der Tür* und viele Hobbyfotografen haben sich vorgenommen, dass es heuer mit dem Feuerwerk knipsen endlich einmal klappt. Feuerwerk zu fotografieren ist eigentlich auch gar nicht schwer, wenn man auf die folgenden Dinge achtet:

*

Ohne Stativ wird das mit dem Feuerwerk nichts!

 

Auch dann, wenn eure Kamera ein Motiv Programm mit dem Titel „Feuerwerk“ hat, könnt ihr davon ausgehen, dass es bei Verwendung eines Stativs einfach am besten klappt. Es dauert einfach eine gewisse Zeit, bis genug Licht für ein gutes Feuerwerksfoto auf dem Bildsensor angekommen ist. Diese Belichtungszeit ist auch für den besten Bildstabilisator zu lange. Einzig und allein mit sehr lichtstarken Objektiven und high-Iso fähigen Kameras* kann man Feuerwerk aus der Hand fotografieren* – muss dann aber trotzdem entsprechend kurze Zeiten verwenden und bekommt keine schönen Leuchtspuren, sowie aufgrund der offenen Blende wenig scharfe Bilder.  
Checkt euch also ein Stativ.* Kostet nicht die Welt und eignet sich auch für viele andere fotografische Aufgaben!

Die richtige Blende und Brennweite

 

Die nächsten Punkte gehen davon aus, dass Du eine Kamera hast, die manuelle Einstellungen zulässt. Falls Du mit der Kompaktkamera oder dem Handy* fotografierst, findest Du weiter unten mehr dazu. 

Bezogen auf Vollformat empfiehlt sich eine Blende von ungefähr f 8. Bei sehr kurzen Brennweiten kannst Du die Blende durchaus auch weiter öffnen, falls Du kürzere Belichtungszeiten realisieren möchtest. Wenn Du mit einer Kamera mit wesentlich kleinerem Sensor als Vollformat fotografierst, also entsprechend kurze reale Brennweiten verwendest, kannst Du die Blende getrost auch ganz offen lassen.

Von der Brennweite her* kommen in der Regel natürlich eher kurze Brennweiten infrage. Je nach Standort kann aber auch schon mal eine 50 mm oder vielleicht sogar noch längere Brennweite ihren Zweck erfüllen. (Bezogen auf Kleinbild)

*50 mm Brennweite/ F5/ 10 Sek.

Die richtige Belichtungszeit und ISO-Einstellung um ein Feuerwerk zu fotografieren

 

Hier können die Kompaktkamera- und Handy- Fotografen bereits wieder mitlesen, weil die allermeisten Geräte eine manuelle Einstellung der ISO zulassen. Ferner erlauben auch einige Handys, wie beispielsweise das Huawei P20*, im automatischen Nachtmodus die Belichtung manuell zu starten und auch manuell wieder zu stoppen. 

Die ISO-Einstellung liegt optimalerweise bei ISO 100 bis ISO 200. Wer einen rauscharmen Sensor hat, kann auch noch ein wenig höher gehen.

Bezogen auf ISO 100 und Blende 8 liegt die ungefähre Empfehlung für die Belichtungszeit bei 10 Sekunden. Bei anderer ISO oder Blende natürlich um die entsprechenden Werte niedriger oder höher.*   
Eine ganz genaue Empfehlung für die Belichtungszeit kann nicht gegeben werden, weil die Helligkeit je nach Art der Feuerwerkskörper variiert und natürlich auch mit deren Anzahl zusammenhängt.
Prinzipiell gilt: Je länger Du belichtest, desto mehr Feuerwerk bekommst Du aufs Bild, aber desto wahrscheinlich kommt es auch zu Überbelichtung, bzw. auch zu zu vielen Überlagerungen. 

Mit dem obigen Richtwert kommst Du im Laufe eines Feuerwerks aber sicher zu guten Ergebnissen.
Wenn Du dann erst mal ein wenig Erfahrung mit Feuerwerksfotografie* gesammelt hast, kannst Du natürlich auch andere Zeiten/Blenden ausprobieren. 

*

Richtig scharfstellen beim Feuerwerk fotografieren

 

Häufig kommt es vor, dass Hobbyfotografen zwar ein Stativ verwenden und die Einstellungen wie oben verwenden, die Fotos aber trotzdem nicht scharf werden. Meist liegt das daran, dass sie vergessen haben den Autofokus abzuschalten, oder das sie beim manuellen fokussieren schlampig waren.

Stelle also zuerst den Fokus-Modus (AF) deiner Kamera auf manuell um. Das geht bei so gut wie allen Kameras und vielen Handys. Der Fokus muss auf „unendlich“ eingestellt werden. Wenn du ein Objektiv mit Entfernungsskala hast, ist dies die Mitte von dem Symbol der liegenden acht. (Sofern die Skala stimmt). Viel Kameras zeigen eine solche Skala auch im Display an.
Wenn du keine oder eine falsche Skala hast, dann richte deine Kamera auf weit entferne Lichter und stelle auf diese scharf. Achte darauf, den Fokus nachher nicht mehr zu verstellen. 

*

Standortwahl und Bildaufbau bei Feuerwerk Fotos

 

Wie immer spielt natürlich auch der Bildaufbau bei Feuerwerkfotos eine Rolle. Prinzipiell hast Du die Wahl, das Feuerwerk alleine zu knipsen, oder aber einen Teil der Umgebung im Bild zu lassen. Ganz geil ist es natürlich, wenn Du einen See oder verglaste Fassaden zur Verfügung hast, in denen sich das Feuerwerk dann noch einmal spiegelt.
Ansonsten kannst Du natürlich auch Gebäude, Bäume, Menschen etc. im Bild lassen.

Die Standortwahl spielt natürlich eine wichtige Rolle. Je näher Du dem Feuerwerk bist, desto eher bekommst Du die Explosionen Format füllend aufs Bild. Es schadet also nicht zu wissen, von wo ein Feuerwerk gestartet wird. Da bei bekannten Feuerwerken in der Regel auch großer Andrang herrscht, solltest Du Dir rechtzeitig einen guten Platz sichern. 

Feuerwerke von erhöhtem Standpunkt aus zu fotografieren kann prinzipiell interessant sein. Man stößt dabei jedoch leicht auf das Problem, dass man zu weit weg ist. Wenn es dann kein dichtes, organisiertes Feuerwerk ist, sondern – so wie auf dem Bild unten – einfach nur die normale Silvesterknallerei,* verliert sich das Feuerwerk gerne mal in der Ferne.  

*

Aufnahmeformat und Nachbearbeitung

 

Sofern die Kamera es zulässt, sollte man im RAW-Format fotografieren*. Gerade bei Feuerwerken mit ihrer oft sehr unterschiedlichen, rasch wechselnden Helligkeit, lässt sich in der Bildbearbeitung noch viel herausholen*.
Ein Tutorial zur Bildbearbeitung von Feuerwerkfotos findet du hier: https://hausfotograf.at/bildbearbeitung-bei-feuerwerkfots/

So weit, so gut. Du weiß jetzt eigentlich alles, was Du für gute Feuerwerkfotos wissen musst. Unten hast Du noch eine Diashow vom Feuerwerk in Baden bei Wien*, 2017/2018.

Viel Spaß beim Schauen und allzeit gut Licht!

Die günstige Alternative zum Photoshop-Abo:*
Die günstige Alternative zum Photoshop-Abo:*

Bildkritik für A….löcher

Bildkritik für A....löcher – warum dieser Titel?   Liest man sich ein wenig durch diverse Fotogruppen und Fotoforen auf Facebook*, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass viel Leute die Bilder kommentieren entweder unfähig, oder schlicht unwillig sind,...

Wir benutzen Cookies um bestmögliche Funktionalität der Webseite zu gewährleisten. Nähere Informationen zum Datenschutz und deinen Rechten findest du in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Durch Deinen Besuch und Weiternutzung der Webseite, stimmst Du dem zu.