Bildgestaltung bei Personen
Es gibt auch für die Personenfotografie einige allgemeine Gestaltungsregeln. Wie immer sind auch diese bloß Hilfsmittel und es bleibt am Ende dir überlassen, wie du deine Fotos komponierst.
- Zuallererst überlege, was von einem Menschen du eigentlich zeigen willst. Möchtest du ein klassisches Kopf-Schulter Portrait machen, oder eine Ganzkörperaufnahme? Oder vielleicht auch eine Nahaufnahme einzelner Körperpassagen? Oder… .
- Auf die Augen scharfstellen: Prinzipiell gilt, dass bei Portraits auf die Augen scharfgestellt wird. Insbesondere bei Portraits mit begrenzter Schärfentiefe*, wirkt es meist irritierend, wenn der Fokus nicht auf den Augen, sondern beispielsweise auf der Nasenspitze oder den Ohren sitzt.
Diese Regel gilt natürlich nicht, wenn du ganz gezielt andere Merkmale des Gesichtes mittels Bildschärfe herausheben möchtest. - Platz in Blick- und Bewegungsrichtung freilassen. Blickt die Person auf dem Bild beispielsweise nach links, dann sollte auch nach links etwas mehr Platz gelassen werden.
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- Wohin mit dem Schnitt? Ist eine Person nicht ganz auf dem Bild, stellt sich natürlich immer die Frage, wo man den Schnitt ansetzen soll. Hier gibt es allgemeine Gestaltungsregeln, wie das der Schnitt nicht direkt durch Gelenke laufen sollte, oder dass Finger nicht angeschnitten und das Ohr ganz auf dem Bild sein sollte. Von diesen drei Regeln wirst du häufiger Ausnahmen finden. Was du bei professionellen Aufnahmen vergleichsweise selten (aber doch!) sehen wirst, ist ein Bildschnitt direkt durch den Hals. Entweder es wird mittels Schnitt durch das Kinn gleich eine Nahaufnahme, oder man lässt zumindest die obere Schulterpartie im Bild.
- Wenn du den Menschen ganz aufs Bild bekommen möchtest, dann ist es ratsam, ihn in „zusammengefalteter“ Pose zu fotografieren. Einen Menschen in aufrechter, bzw. gestreckter Haltung bekommst du einfach nicht formatfüllend aufs Bild. Diesbezüglich eignen sich hockende oder sitzende Posen mit angezogenen Beinen besser.
- Vorsicht bei der Arbeit mit Weitwinkelobjektiven*. Weitwinkel sind cool, liefern aber um so mehr Verzeichnungen, je kürzer die Brennweite wird. Man kann damit Effekte wie super lange Beine erzielen, das Model aber auch verunstalten.
Gängige Brennweiten für Personenfotos sind – bezogen auf Sensoren im Kleinbildformat – 85mm, bis hinunter zum gemäßigten Weitwinkel von 30mm, je nach gewünschtem Bildausschnitt und Bildwirkung. - Vor allem bei Kindern vergessen viele darauf, sie auch einmal auf Augenhöhe zu fotografieren.
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Schau dir bewusst Personenaufnahmen* in hochwertigen Magazinen an. Studiere sowohl die Bildgestaltung bei Personenfotos aus Reportagen, als auch die Bildgestaltung bei Personenaufnahmen aus dem Bereich der Werbung.
Übe mit jemanden aus deinem Freundeskreis und versuche dabei mindestens folgende Bilder zu machen:
Kopf-Schulter-Portraits in den Ansichten:
Frontal (Gesicht weist direkt zur Kamera)
Viertelprofil (Gesicht ist nur leicht aus der Frontalen gedreht)
Halbprofil (Gesicht ist weiter aus der Frontalen gedreht, ein Auge ist noch zu erkennen, Model blickt immer noch Richtung Kamera)
Dreiviertelprofil (Gesicht ist weiter abgewandt als beim Viertelprofil, Nase ragt meist über die Gesichtskontur, Model blickt an der Kamera vorbei)
Profilansicht (Gesicht wird von der Seite dargestellt)
Verlorenes Profil (Gesicht wird wie beim Dreiviertelprofil, aber von hinten fotografiert)
Versuche die oben genannten Portraits mit verschiedenen Arm/Handhaltungen zu kombinieren. (Beispielsweise Model bettet Kopf in Hände, kratzt sich am Kopf etc…)
Versuche auch Teil- und Ganzkörperaufnahmen. Es gibt dabei unzählige Möglichkeiten einen Menschen zu fotografieren. Probiere dabei ruhig die Dinge aus, die du zuvor in Magazinen etc. gesehen hast. Hier noch einige klassische Anregungen:
Model steht im hohen Gras. Arme schräg nach unten, Hände berühren Gras.
Model sitzt auf einer Bank, Beine angezogen, Füße auf der Bank.
Model lehnt an einem Baum, Kopf eventuell an den Stamm gelehnt.
Model balanciert mit ausgebreiteten Armen über einen Baumstamm oder ähnliches.
Model geht scheinbar von der Kamera weg, blickt dabei über die Schulter zurück.
Model kommt auf Kamera zu, breitet dabei die Arme aus, wie wenn sie jemand überschwänglich begrüßen würde.
Probiere beim Üben die oben genannten Gestaltungsregeln bezüglich Freiraum in Blickrichtung und Bewegungsrichtung aus und schau, welche Unterschiede sich dadurch ergeben.
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