Tierfotografie – Womit, wann und wie?
Tiere faszinieren viele Menschen und möchten von ihnen gerne fotografiert werden. Jedoch ist Tierfotografie nicht so einfach wie viele denken. Auch ist Tiere fotografieren ein weitläufiger Begriff. Welche Tiere sollen abgelichtet werden? Es ist ein Unterschied, ob man Haustiere wie Katze oder Hund fotografieren möchte oder kleine Terrarierentiere, oder ob man Wildlife fotografiert. Auch Zoofotgrafie ist eine Möglichkeit – Aber wie sieht es da eigentlich rechtlich aus?
Im Folgenden erfährst Du, wie Tierfotografie in den einzelnen Fällen funktioniert.
Tierfotografie – Katzen fotografieren
Katzen zählen zu den beliebtesten Haustieren, sind unter den Tiermodells aber das, was man als Model-Zicken bezeichnen könnte. Macht eine Katze gerade eine lustige Pose oder sitzt im besten Licht da, kann man sich sicher sein, dass sie sofort damit aufhört und verschwindet, sobald man mit der Kamera ankommt. Wer Katzen fotografieren möchte, sollte seinem Liebling möglichst oft mit der Kamera zu Leibe rücken. Katzen gewöhnen sich mit der Zeit daran und lassen sich dann von der Kamera nicht mehr so sehr ablenken.
Wer mit seiner Tierfotografie auf (fremde) Katzen abzielt, sollte sich die Anschaffung einer gemäßigten Telebrennweite überlegen. Damit ist das Fotografieren von Katzen, die nicht so zutraulich sind eher möglich. Auch Actionfotos von spielenden Katzen im Freien werden so eher möglich.
Hunde fotografieren
In der Tierfotografie hat man bei Hunden meist das gegenteilige Problem wie bei Katzen. Während die Katze hochmütig das Weite sucht, ist der Hund meist sehr am Menschen und seiner Kamera interessiert. Hier hat man meist eher das Problem, dass einem der Hund das Objektiv von der Kamera ableckt und man eher ein Weitwinkelobjektiv brauchen würde, um den Hund ansprechend fotografieren zu können.
Beliebt sind Fotos von laufenden Hunden – wie du laufende fotografierst, erfährst Du weiter unten im Artikel.
Tierfotografie in Terrarien und Aquarien
Wer Schlangen, Echsen, Spinnen, Skorpione oder Amphibien in Terrarien fotografieren oder mit seiner Kamera den Fischen im Aquarium zubleibe rücken möchte, kommt meist mit kürzeren Brennweiten aus. Bei Tieren, die gerne nahe an der Scheibe sind, ist häufig ein Makroobjektiv praktisch. In großen Aquarien wie beispielsweise im Haus des Meeres in Wien, sind wiederum häufig lange Brennweiten nötig.
Wichtig ist, dass Objektiv nahe an die Scheibe zu bringen, damit Spiegelungen und Lichtreflexionen möglichst vermieden werden. Es gibt Gegenlichtblenden aus Gummi, die sich für das Fotografieren von Tieren in Terrarien und Aquarien eignen. Sie dichten zur Scheibe hin ab und schonen sowohl Objektiv, als auch die Scheibe.
Wichtig ist, bei der Tierfotografie in Terrarien und Aquarien, die Bewohnern nicht zu beunruhigen. Langsame Bewegungen und vor allem kein Klopfen an die Scheibe sind hier unerlässlich!
Ebenso muss der Blitz abgeschaltet werden – Er würde ohnehin nur Reflexionen erzeugen!
Tierfotografie im Zoo und Tierpark
In einem Zoo oder Tierpark lassen sich Tiere natürlich meist sehr einfach fotografieren. Eine Frage ist hier häufig, inwiefern dort aufgenommene Fotos dann veröffentlicht oder auch verkauft werden dürfen. Hier ist es unerlässlich, sich die jeweiligen Bedingungen des Zoos oder Tierpark durchzulesen. Im Zweifel muss direkt nachgefragt werden. Eine nicht-gewerbliche Veröffentlichung ist in den meisten Fällen kein Problem, die kommerzielle Verwendung ist jedoch sehr häufig untersagt. Also bitte immer unbedingt vorher informieren.
Prinzipiell fotografiert werden darf in den meisten Einrichtungen – Meist jedoch mit der Auflage, dass der Blitz abgeschaltet sein muss. Das ist durchaus sinnvoll, würde es doch die Tiere nur unnötig stressen. Auch hier gilt wieder – zuerst informieren, dann Terfotografie!
Wildlife Tierfotografie
Tiere fotografieren wildlife – Das ist die Königsdisziplin in der Tierfotografie. Lange Brennweiten und high-Iso fähige Kamera sind hier in vielen Fällen unumgänglich.
Noch wichtiger als das Equipment ist es jedoch, zu wissen was man da eigentlich tut. Um Tiere wildlife, also in freier Wildbahn zu fotografieren, muss man näher an sie herankommen als häufig selbst der Jäger es schafft. Dafür ist es unerlässlich, genau über Lebensraum und Verhalten der Tiere Bescheid zu wissen. Ferner benötigt man sehr, sehr, sehr viel Geduld und Zeit, die man damit verbringt, getarnt herumzusitzen und auf das Auftauchen der Tiere zu warten.
Wer ernsthaft vorhat Tiere in der freien Natur zu fotografieren, sollte dies am Anfang zuerst in der Peripherie zwischen Wald und Stadt üben. Hier finden sich häufig Felder und kleinere Gehölze, wo massenhaft Rehe, Hasen, Rebhühner, Füchse und einiges mehr zu finden sind. Man glaub oft gar nicht, wie viel Wild sich auf solchen Flächen aufhält. Die Tiere sind hier etwas mehr an den Menschen gewöhnt und nicht gar so schreckhaft. Natürlich braucht es auch hier Geduld, aber es ist ein wenig einfacher. Scheitert man schon hierbei an Vorbereitung oder Geduld, kann man sich das Geld für Tarnzelte, Tarnnetze und noch längere Brennweiten meist sparen 😉
Tierfotografie – die Grundlagen
Tiere nicht immer nur von oben fotografieren
Versuche auf Augenhöhe mit dem Tier zu kommen oder auch, es einmal mit der Froschperspektive zu versuchen. Du wirst sehen, dass Deine Bilder dadurch schon mal viel besser aussehen, als mit dem häufigen: „Schau mal, ich hab meinen Hund schräg von oben geknipst – Look“.
Auch mal Details von Tieren fotografieren
Klar will man schöne Tierporträts fotografieren oder das ganze Tier auf dem Bild haben. Konzentriere Dich aber ruhig auch mal auf andere Körperteile! Pfoten, Ohren, Schwanz, Muskulatur verschiedener Bereiche. So kommen oft sehr spannende Fotos zustande.
Tiere in Action fotografieren
Du kennst die Bilder, wo ein Tier im vollen Lauf auf den Fotografen zukommt? Du hast es versucht, aber nur unscharfe Fotos produziert? Laufende Hunde/Tiere die auf Dich zukommen, fotografierst Du, so:
- Fokus auf manuell schalten
- Auf die Entfernung scharfstellen, in der Du das Tier dann im gewünschten Ausschnitt haben wirst.
- Auf Serienbild-Modus schalten
- Den Auslöser drücken, kurz bevor das Tier an die entsprechende Stelle kommt und drauf bleiben bis es durch ist.
Mit dieser Methode hast Du bald ein paar Tierfotos die den laufenden Hund genau auf der richtigen Schärfeebene haben.
In diesem Sinne – Allzeit gut Licht und viel Spaß bei der Tierfotografie!