Den Mond zu fotografieren…

… ist etwas, woran sich viele Hobbyfotografen versuchen. Unabhängig davon, ob man tatsächlich in Richtung Astrofotografie tendiert oder nicht, ist den Mond zu fotografieren eine hervorragende Fingerübung für Fotografen. Gerade auch wenn Vollmond ist – oder wieder mal Blutmond, Indianermond, Wolfsmond oder sonst irgend ein Supermond – strömen die Menschen in Scharen in die Nacht und versuchen, unseren Erdtrabanten fotografisch festzuhalten. Wie das am einfachsten geht und welche Ausrüstung du brauchst um den Mond zu fotografieren, erfährst Du in diesem Beitrag.

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Die richtige Brennweite um den Mond zu fotografieren

Wenn wir den Mond fotografieren möchten, besteht die erste Schwierigkeit natürlich in der Entfernung. Der Mond ist je nach Jahreszeit im Durchschnitt 384.403 Kilometer von der Erde entfernt.
Wie groß Du den Mond auf das Foto bekommst, hängt von der Brennweite im Verhältnis zur Sensorgröße ab.
Auf dem Bild unten wurde der Mond mit 500 mm Brennweite am Kleinbildsensor (Vollformat) der Nikon D700 fotografiert.

Den Mond groß aufs Bild bekommen

Wie Du oben siehst, nimmt der Mond recht wenig Raum auf dem Bild ein. Um mit 500 mm Brennweite ein halbwegs formatfüllendes Foto von unserem Erdtrabanten machen zu können, wäre in etwa ein 2/3 Bildsensor (8,8×6,6 mm) nötig. Alternativ könnte man natürlich eine wesentlich längere Brennweite am Vollformatsensor verwenden. Am DX/APS-C Sensor bekäme man den Mond mit 500 mm ungefähr um das 1,5 fache größer – Also auch noch nicht riesig.
Die wenigsten Fotografen werden sich aber nun extra eine (teures) Super-Teleobjektiv oder eine passende Kamera mit kleinerem Sensor kaufen, nur um mal den Mond zu fotografieren. Hier bleibt als Alternative das sogenannte „croppen“. Hierbei wird mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms das Bild entsprechend beschnitten und danach vergrößert. Dabei leidet allerdings die Bildqualität, und zwar um so mehr, je mehr vergrößert wird. Kameras mit „vielen Megapixeln“, also höherer Auflösung, bieten hier natürlich mehr Reserven.
Mit den 12 Megapixeln der Nikon D700 hat man hier leider nicht mehr all zu viel Spiel, aber für kleinere Ausgabegrößen im Web geht es noch so halbwegs:

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Die richtige Belichtung für den Mond

Wenn Anfänger den Vollmond fotografieren, stellen sie oft überrascht fest, dass er überbelichtet ist. Grund ist hierfür meist die falsch eingestellte Belichtungsmessung der Kamera. Viele Hobbyfotografen haben hier standardmäßig Matrix-Messung eingestellt. Die Kamera misst in diesem Fall die Belichtung über den gesamten Bildbereich und versucht ausgewogen zu belichten. Da der Mond sehr hell, der Hintergrund aber sehr dunkel ist, wird der Mond dabei meist zu hell und lässt keine Strukturen mehr erkennen. 
Am einfachsten funktioniert es, wenn Du die Spot-Messung an der Kamera einstellst und das Messfeld auf die hellste Stelle im Mond richtest. Überstrahlen hierbei die Lichter immer noch, dann musst Du mithilfe der Belichtungskorrektur-Taste nach unten korrigieren. (Ca. 1-2 LW minus sollten reichen)

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Belichtungszeit und ISO bei der Mondfotografie

Das obige Beispielbild des Mondes wurde mit einer Belichtungszeit von 1/160 Sekunde, Blende F10, ISO 200 und einer Brennweite von 500 mm am Kleinbildsensor Freihand aufgenommen. Das Objektiv war das Sigma 150-500 (die alte Version). Je nachdem wie gut der Bildstabilisator funktioniert, sind Mondaufnahmen ohne Stativ also möglich. Ansonsten sollte ein gutes, stabiles Stativ verwendet werden.
Der Mond ist hell genug und brauch keine besonders langen Belichtungszeiten. Die Faustregel für die Belichtungszeit um Bewegungsunschärfe bei Sternen und Mond zu vermeiden, lautet für den Kleinbildsensor: 500/Brennweite.  Am Kleinbildsensor ist mit 500 mm Brennweite ist also bereits bei einer Sekunde als längste Belichtungszeit Schluss. Bei kleineren Sensoren verkürzt sich die Zeit noch mal um den Faktor, um den der Sensor kleiner ist.
Wie Du siehst, lag die Blende bei F10 – das Sigma bildet da bereits schön ab – und die ISO immer noch bei 200. Du brauchst also keine High-ISO Kamera um den Mond zu fotografieren.

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Richtig scharfstellen bei der Mondfotografie

Viele Fotografen haben das Problem, dass der Mond trotz richtiger Belichtung unscharf wird. Der Autofokus kann beim Mond funktionieren – muss es aber nicht. Besser ist es meist, wenn Du die Kamera manuell scharf stellst. Schau Dir nachher das Foto unbedingt auf dem Display an und vergrößere den Ausschnitt um zu sehen, ob der Mond wirklich scharf ist. 
Falls die Unschärfe nicht von einer Fehlfokussierung herrührt, kommt nur noch Bewegungsunschärfe infrage. In diesem Fall musst Du die Belichtungszeit verkürzen – größere Blende oder höhere ISO einstellen – oder darauf achten, dass Dein Stativ die Kamera wirklich stabil hält. 

Mond fotografieren – Ideale Jahreszeit, Uhrzeit und Aufnahmeorte

Das wichtigste ist klare Sicht. Je klarer der Mond zu sehen ist, desto klarer kannst Du ihn logischerweise auch fotografieren. Die ideale Jahreszeit um den Mond zu fotografieren, gibt es in diesem Sinne nicht. Der Winter bietet hier allerdings den Vorteil, dass die Tage kürzer und die Nächte länger sind. Von der Tageszeit her, lässt sich der Mond logischerweise fotografieren, sobald er zu sehen ist. Um möglichst viele Strukturen auf der Mondoberfläche zu sehen, sollte es allerdings nicht mehr zu hell sein. Während der schon etwas fortgeschrittenen „blauen Stunde“, also nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, können bereits erste Strukturfotos vom Mond gelingen.
Als Aufnahmeort empfehlen sich prinzipiell Berggipfel oder abgelegene Gegenden, da hier mit weniger Dunst, Smog und Lichtverschmutzung zu rechnen ist. Man kann aber durchaus auch mal im urbanen Raum Glück haben und einen klaren Tag erwischen. 
Tip: Wenn Du Mondfotos machen möchtest, dann versteife Dich nicht auf den Vollmond. Auch der nur teilweise beleuchtete Mond kann ein schönes Motiv sein. 

Die Nazis leben auf der Rückseite des Mondes…

Dummerweise leben die Nazis auf der Rückseite des Mondes. Auch die grünen Männchen leben dort. Ebenso bauen sämtliche bekannten Großmächte und unbekannten geheimen Weltorganisation ihre Mondbasen auf der dunklen Seite des Mondes. 😉
Das ist insofern blöd, als das wir von den jeweiligen Veränderungen auf der Mondoberfläche nichts mitbekommen. Anders gesagt: Wer ein Mondfoto kennt, kennt alle Mondfotos. All zu viel verändert sich auf der für uns sichtbaren Seite des Mondes eben nicht. Was uns also zum nächsten Punkt bringt:

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Den Mond kreativ fotografieren

Der Mond alleine bietet uns also nicht all zu viele fotografische Möglichkeit. Sehr wohl jedoch können wir den Mond gemeinsam mit anderen Dingen aufs Bild bringen. Ein bisschen Beiwerk zum Mond, bzw. Mond als Beiwerk, macht die ganze Angelegenheit gleich viel interessanten. Aber wer schon mal versucht hat, einen Mond halbwegs groß aufs Bild zu bekommen und gleichzeitig die Umgebung aufs Bild zu bekommen, weiß um die Schwierigkeiten. Aber nichts ist unmöglich!

Landschaft und Mond in einem Bild fotografieren

Die Krux an der Sache ist die, dass der Mond nur selten, bzw. nicht lange direkt über dem Horizont sichtbar ist. Je höher er steigt, desto schwieriger wird es, ihn gemeinsam mit der Umgebung zu fotografieren. Natürlich ginge dies mit einem Weitwinkelobjektiv – der Mond wäre dann aber nur noch ein kleiner Punkt. Für einen größeren Mond brauchen wir aber ein Teleobjektiv – und um so länger das Teleobjektiv, desto enger der Bildausschnitt und desto schwieriger, irgendetwas zusätzlich auf das Foto zu bekommen. 
Der nächste unkomfortable Punkt besteht im Helligkeitsunterschied. Je klarer der Mond zu sehen ist, desto dunkler die Umgebung. Entweder es saufen einem die Schatten ab oder die Lichter überstrahlen. Man braucht also ausreichend Restlicht für die Umgebung oder entsprechend hell beleuchtete Gebäude.
Folgende Möglichkeiten hast Du:

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Eine geeignete Perspektive für ein natürliches Umgebung-Mondfoto finden

Um den Mont zu fotografieren, musst Du natürlich mehr oder weniger schräg nach oben fotografieren. Was Du zusätzlich auf dem Foto haben willst, muss sich auf dieser Linie befinden. Folgerichtig solltest Du also relativ knapp am Fuße eines Berges oder vor unterhalb eines Gebäudes stehen. Du kommst hier nicht umhin, Dich genau mit Deiner Umgebung zu befassen und herauszufinden, wann Du – respektive der Mond – wo stehen musst. Kirchen, die gerne auf Hügel gebaut werden und meist von allen Seiten sichtbar sind, bieten sich hier natürlich an. 

Warten bis ein Raumschiff am Mond vorbeifliegt…

Eine weitere Möglichkeit besteht natürlich darin zu warten, bis ein Raumschiff, Ufo oder wenigstens ein Flugzeug am Mond vorbeifliegt. Auf die ersten beiden muss man meist etwas länger warten, aber Flugzeuge fliegen öfter mal zum Mond… . Jeder der den Mond fotografiert, sollte zumindest ein Flugzeug-Mond Bild in seiner Sammlung haben 🙂

Mond mithilfe einer Doppelbelichtung fotografieren

Zugegeben – Die hohe Kunst der Doppelbelichtung ist ein wenig aus der Mode gekommen. Dennoch findet sich bei vielen Kameras noch der Menüpunkt Doppelbelichtung (Mehrfachbelichtung).
Hierbei belichtet die Kamera zwei- oder mehrmals den Sensor. Heutzutage lässt sich selbiges natürlich auch mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen bewerkstelligen, indem zwei oder mehr Bilder mit entsprechender Transparenz übereinandergelegt werden. 
Es macht aber Spaß, so etwas schon direkt bei der Aufnahme zu versuchen. Du kannst hierbei einmal mit kürzerer Brennweite die Landschaft fotografieren und danach mit langer Brennweite den Mond. Achte dabei darauf, dass der Mond an der richtigen Stelle ist. Je nach Lichtverhältnissen ergeben sich mitunter sehr interessante Bilder, mit gewissem Fantasy-Charakter. 

Mond fotografieren und ausschneiden

Du kennst sicher die Fotos, wo ein riesengroßer, klar strukturierter Mond direkt über einer Landschaft oder hinter einem Gebäude steht? Du kannst Dir sicher sein, dass es sich in den allermeisten Fällen um eine Fotomontage handelt. Ein „Composing“ wie man heute sagt. Achte auf jeden Fall auf die Größenverhältnisse und das Licht. Wenn diese stimmen, ist es vielleicht ein „echtes“ Foto. Falls nicht, wurde der Mond mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms hinein retuschiert. Oder eben umgekehrt, je nachdem…  
Wer sich mit Photoshop ein bisschen auskennt, kann den Mond leicht freistellen und ihn in ein anderes Bild bringen.
Quick&Dirty kann das dann so aussehen: 

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Ein paar Fakten zum Mond

Gut. Du weißt nun alles, was Du zum Thema Mond fotografieren wissen musst. Hier findest Du noch ein paar Zahlen und Daten zum Mond:

  • Durchmesser des Mondes: 3476 km – Damit ist er der fünftgrößte Mond in unserem Sonnensystem… zumindest von denen, die wir kennen.
  • Der Mond braucht für eine Runde um die Erde durchschnittlich 27 Tage, 7 Stunden und 43,7 Minuten
  • Der Mond entfernt sich pro Jahr um 3,8 cm weiter von der Erde
  • Der Mond ist wesentlich für Ebbe und Flut verantwortlich
  • Einige europäische Mond-Götter und Göttinnen: Mani, Heimdall, Artemis, Kallisto, Luna, Diana
  • Im Tarot wird der Mond unter anderem mit dem zweiten Gesicht und der Welt der Träume assoziiert
  • Die Menschen waren wirklich auf dem Mond, auch wenn das manche nicht glauben 
  • Pink Floyd wussten über die dunkle Seite des Mondes Bescheid.

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